"Hacki"

Der eine oder andere wird sicherlich in die Situation kommen, wo man mit einem Schrecken plötzlich feststellt, dass irgendetwas mit dem Tier etwas nicht stimmt.

 

Auf der Knopfaugenseite durfte für meinen geliebten Hacki unter "Darf ich vorstellen...?" eine Ehrenseite erichtet werden. Auch wenn Hacki bei mir ein glückliches Hamsterleben führen konnte, hatte es mein kleiner "Fusselkopp" nicht leicht. Insgesamt waren wir mit 4 großen Sorgen in ihrem kleinen Leben beim Arzt, was mir viel Nerven, Angst und schlaflose Nächte bereitet hat. Da Hacki nun unser erster Hamster war, fehlten mir auch die Erfahrung vorab einschätzen zu können, was bestimmte Symptome bedeuten würden. Chatforen im Internet haben mir zuzsätzlich jegliche Hoffnung genommen... Daher denke ich ist es für Hamsterliebhaber, die sich auf der Knopfaugenseite informieren wollen sicherlich hilfreich, über Erfahrungsberichte lesen zu können... Dafür werde ich mit 3 Hackibeiträgen anfangen und hoffe, dass mit meinen jetzigen Tieren keinerlei Geschichten mehr hinzukommen...

 

Am wichtigsten in diesen Fällen ist es einen kompetenten Tierarzt zu kennen. Für Berlin kann ich eine ganz besondere Empfehlung aussprechen, eine Spezialistin für Kleintiere (vor allem Hamster, weil Sie diese selber hat)! Sie geht mit unheimlich viel Fachwissen und Feingefühl an die Behandlung und hat unserer Hacki schon so oft das Leben gerettet (nachzulesen unten)!!! Wenn ihr diese Tierpraxis aufsucht, dann geht niemals zu dem Praxisbesitzer Dr. Brieger!!! sonder immer nur zu ihr:

 

Dr. Barbara Glöckner

Anhaltiner Str. 2

14163 Berlin Zehlendorf

Tel: 030- 801 58 52

www.dr-brieger.de

Am besten vorher anrufen, da Fr. Dr. Glöckner nur an 3 Tagen in der Praxis Sprechstunde hat!

 

 

Gekrümmter Rücken, permanent angelegte Ohren:

 

In unserer Wohnung gibt es schickes Laminat. Und der Flur, welcher durch 3 geschlossenen Türen einen tollen Parkour für unser mobiles Hamsterlein abgab (ganz ohne Gefahren und großräumig) war Hackis Lieblingsspielplatz. Ich habe sie dort oft laufen lassen, und mich mit ihr beschäftigt. Trotz gut beheitzter Wohnung, muss dieser Boden dennoch zu kühl gewesen sein, was ich erst viel zu spät an den Krankheitssymptomen unseres Tieres bemerken musste:

Hacki war zwar nach wie vor mobil, aber hatte einen gekrümmten Rücken und legte die Ohren permanent an. Obwohl sie einen ausgeprägten Hamstertrieb zeigte, verlor sie zunehmend an Gewicht. Da Hacki nur in ihre Hamstertoiletten pieselte und daher nie Geruch entstand, lag jetzt eindeutig auch ein Uringeruch in der Luft.

Das Resultat: Hacki hatte sich eine fette Blasenentzündung geholt, welche aber mit einer 1 wöchigen Antibiotikaverabreichung und viel Wärme von der Rotlichtlampe glücklicherweise wieder besserte. Nach 2 Wochen hatte sie ihr altes GEwicht zurück und die Ohren waren wieder auf Empfang gestellt.

 

 

Beule unter der Haut am unteren Bauch, nahe der Milchleiste:

 

Als ich dies mitbekommen habe, ist bei mir die Panik ausgebrochen, weil ich sofort von einem Tumor ausgegangen bin, der ja bei Hamstern auch nicht so selten vorkommt, obwohl unser Hackerle zu dem Zeitpunkt gerade mal 1 Jahr alt war. Mit dem Entsetzen im Nacken, was ich in Internetforen dazu lesen musste, dachte ich schon, ich würde meinen geliebten Hacki nicht mehr lange haben, wenn es zu Metastasen kommen würde.

Alle Panik war umsonst! Der Besuch bei Frau Dr. Glöckner hat gezeigt, dass es sich hier nur um einen "Fettball" gehandelt hat, den der Körper über die Vagina des Hamstermädchens wieder absondern würde. Sie hat zum Abbau dieser Fettansammlung eine Antibiotikabehandlung bekommen und siehe da, die Beule ist innerhalb von 2 Wochen komplett verschwunden gewesen!

 

 

Aufgeblähter Bauch:

 

Mir ist eines Tages aufgefallen, dass der Hamster einen recht dicken Bauch bekommen hat, der anfänglich eher wie ein kleiner Wohlstandsbauch aussah, vom vielen und guten Essen. Aber innerhalb einer Woche ist der Bauch auf beiden Seiten des Tieres extrem rausgewölbt gewesen und sah wie aufgeblasen auf. Obwohl Hacki immer noch geflitzt und geklettert ist, konnte man ganz klar sehen, dass ihre Beweglichkeit rapide eingeschränkt war.

Beim Test, sie auf den Rücken in den Handfläche zu legen, kam sie gar nicht mehr auf die Füsse, sondern lag ganz unbeholfen in dieser Position!

Wieder nach dem Lesen von hoffnungsnehmenden und negativen Beiträgen in Hamsterforen habe ich mich schon wie auf Hacki's Abschied gedanklich vorbereitet und saß heulend früh auf Arbeit. Mein Chef war so mitfühlend und hat mich zur Tierklinik gehen lassen, so dass ich voller Panik in den Gliedern noch versucht habe, vor Ende der Öffnungszeit in Zehlendorf Hacki bei Frau Dr. Glöckner vorzustellen.

Es wurden Röntgenaufnahmen gemacht, auf denen man keine Organe erkennen konnte im Bauchraum des Tieres. Sie erklärte mir, dass dies Flüssigkeitsansammlungen wären, die bereits so einen großen Druck ausüben, dass dadurch Organe weggedrückt werden, große Schmerzen verursachen müssen und im Endeffekt ein Ersticken vorprogrammieren. Es gäbe nur 3 Möglichkeiten:

- das Tier sofort erlösen

- mit Schmerzmittel bis zum Ende dem Tier noch 2 schöne Tage bereiten!!! (zeigt wie schnell man immer zum Arzt gehen sollte, bevor es zu spät ist!)

- oder aber eine Operation, bei der sie nicht garantieren kann, ob erstens das kleine Tier dies so verkraften kann und inwieweit ein eventueller Tumor schon Metastasen angesetzt hat. In dem Fall würde man das Tier nicht mehr aufwachen lassen....

Bei meiner Liebe für meinen geliebten Hacki habe ich mich ohne groß zu überlegen für eine Operation entschieden, auch wenn dafür der Kostenaufwand (180 € nur für die OP, exklusive Nachfolgeuntersuchungen) sehr hoch war und die Erfolgschance relativ gering. Aber zumindest hätte ich mir nicht vorwerfen brauchen, dass ich nicht alles getan hätte für mein Fusselköpfchen....

Die Operation hat vielleicht insgesamt 20 Minuten gedauert und Fr. Dr. Glöckner kam mich Nervenwrack persönlich holen. Hacki hatte die schwere OP überstanden! Ein Tumor saß auf der Milz, die nun komplett mitentfernt worden ist. Es wurden 2 Riesenspritzen Wasser abgesaugt, wobei es der tollen Ärztin gelang, den Kreislauf stabil zu halten! Noch wackelig und in der Aufwachphase reichte Hacki einem Stück Melone die Ärmchen entgegen! Nun lag es an ihr, die Nacht und den Eingriff in den nächsten Tagen zu überstehen....

Ab dem Tag war unser Hamster zum tapferen Schneiderlein geworden! Sie hat alles top überstanden, selbst einen 2. Eingriff einen Tag später, wo die von ihr aufgenagte Narbe noch einmal zugenäht werden musste!!! Die Einstreu wurde komplett im Käfig entfernt und alles mit weichem, sauberen Taschentuch ausgelegt. Hacki hat sich sehr schnell und sehr gut erholt, ohne nachbleibende Folgeschäden...

Nach 3 Wochen war der Bauch so mit Fell zugewachsen und die Narbe war so toll verheilt, dass man absolut nichts mehr von dem Eingriff gesehen hat.

Die Tierärztin hat mit dieser OP nicht nur Hacki das Leben gerettet, sondern innerhalb von 20 Minuten mein Herz geheilt....